• Herkulessaal München 2015

  • Sophiensaal München 2015

  • Herkulessaal München 2015

  • Gut Sonnenhausen bei Glonn 2017

  • Neujahrskonzert Passau 2018

Zeitungsartikel SZ und Münchner Merkur

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/glonn-musik-die-beruehrt-1.3456149

 

Münchner Merkur April 2017

Gute-Laune-Abend 

Münchener Mediziner-Orchester spielt auf Gut Sonnenhausen Benefizkonzert für die Aktion „Ärzte ohne Grenzen"

VON WILFRIED GILLMEISTER

Sonnenhausen - Der ganz normale Dienst am Menschen unterliegt bei den Medizinern nicht allein dem Gebot der ärztlichen Ethik. Wenn musikalisch interessierte Ärzte aller Fachgruppen sich finden, um gemeinsam in sinfonischen Dimensionen zusammenzuwirken, dann erhält dieser Dienst eine zusätzliche Komponente. Das „Münchener Arzteorchester" - seit 2015 unter der musikalischen Leitung der in Glonn ansässigen Miriam Haupt - traf sich in der ehemaligen Reithalle auf dem Gut Sonnenhausen. Der Erlös des Konzerts ist der Organisation Arzte ohne Grenzen' gewidmet. Die Kapazität der Reithalle reichte gerade aus, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Musikauswahl konnte für einen „Gute-Laune-Abend" kaum besser sein. Ludwig van Beethoven lieferte 1810 im Auftrag des Wiener Schauspielhauses zu Goethes Trauerspiel „Egmont" die komplette Schauspielmusik, aus der die Ouvertüre mit ihrem Alleinstellungswert auch die wunderbar dramatische Eröffnung des Konzerts bedeutete. Mit Beethovens erster Sinfonie kehrte die thematische Leichtigkeit zurück. Das gute Netzwerk des großen Orchesters funktionierte; Alle Holz- und Blechbläser waren bestens und doppelt besetzt. Die Streicher hatten ihre helle Freude, als sie gekonnt die Bögen über die Saiten tanzen ließen. Ihr großes Können und Wissen belegte Miriam Haupt mit absolut freiem Dirigat und eigener Prägung. Die Zuhilfenahme des Pults bei den folgenden Arien und Duetten aus zwei Mozartopern (,‚Zauberflöte" und „Don Giovanni"), aus der Puccini-Oper „Gianni Schicchi" und Luigi Arditis Gesangswalzer „11 bacio" macht durch das instrumentale und vokale Zusammenwirken Sinn. Es durfte vom Ablauf das emotionale Herzstück des Konzerts gewesen sein. Zuerst kam Bariton Josef Schlömicher-Thier von der ersten Reihe aus auf die Bühne. Natürlich mit der Flöte des Vogelfängers, um die Vorteile und die Möglichkeiten (‚Der Vogelfänger bin ich ja') seines fröhlichen und lustigen Berufsstands zu preisen. Tiefes Durchatmen war erlaubt als die Sopranistin Dorothee Koch mit zeitgenössischer Garderobe die Rolle der Pamina im Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen" mit Josef Schlömicher-Thier die Bühne optisch für sich eroberte. Beide erhielten dafür tosenden Beifall. Alleinstellung für die wie eine Primadonna wirkende Dorothee Koch war geboten in Puccinis „0 mio babbino caro". Zum Anfang klassisch, so endete das Konzert eher romantisch mit den schwung-. vollen „Ungarischen Tänzen" eins bis vier. Als dann Miriam Haupt in der Zugabe zum wohl berühmtesten fünften Tanz das Dirigat übernahm, gab es kein Halten. Sonst sehr zivilisierte Menschen trampelten vor Begeisterung in den Holzboden, Das Benefizkonzert war musikalisch ein wieder großer Erfolg. Die Veranstalter sind höchst zuversichtlich, den Spendenerlös des Vorjahres wieder zu erreichen, wenn nicht sogar zu übertreffen.